Noch vor 10 Jahren war das Örtchen Andermatt nicht das, was man sich unter einer typischen Alpenidylle vorstellt. Bei den Schweizer Militärpflichtigen vor allem als Waffenplatz und Ausbildungsort für Gebirgsjäger bekannt, sollte das ganze Hochtal zwischen 1920 und 1946 sogar mal in einen einzigen Stausee verwandelt werden. Richtig internationalen Glamour brachte eigentlich nur eine Filmszene, die an einer Tankstelle bei Andermatt für den James-Bond-Streifen Goldfinger gedreht wurde.

Symbolträchtige Dekoration in der Bar.

Doch dann kam der Investor Samih Sawiris. Seine Vision: Andermatt im Kanton Uri zum größten Luxusresort der Alpen zu verwandeln. Sechs Hotels mit 850 Zimmern, dazu 500 Ferienwohnungen und 25 Villen, alles auf dem Niveau von vier und fünf Sternen. Als Kronjuwel dieses ganzen Projektes entstand das Hotel „The Chedi Andermatt“. Es wurde zum Sinnbild für die Neuentdeckung des gesamten Ortes.

Der Schlafbereich einer Grand Deluxe Suite.

Hier kann man studieren, was moderne Luxushotellerie heutzutage wirklich heißt. Kein anderes Haus in der Schweiz bietet derzeit diesen Ausstattungsstandard. Es wurde alles verbaut, was State of the Art ist, Geld spielte offenbar keine Rolle für den ägyptischen Visionär, der 1957 als Sohn eines reichen Bauunternehmers in Kairo geboren wurde. Dort besuchte er die deutsche Schule, in den 70er- Jahren studierte er in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen, bevor er mit zahlreichen touristischen Großprojekten zum Milliardär wurde. Sein Ziel in den Alpen: Andermatt zum besseren St. Moritz zu machen.

Der Empfangsbereich beeindruckt durch einen gekonnten Materialmix.

Nachvollziehbar ist der Gedanke durchaus, denn der 1.444 Meter hoch gelegene Ort hat einen unschlagbaren logistischen Vorteil: Er liegt ganz in der Nähe der Gotthard-Autobahn, nur ein paar Kilometer von jenem Tunnel entfernt, der die Alpennordseite und die Alpensüdseite miteinander verbindet. Von Stuttgart oder München sind Gäste in vier Stunden vor Ort, während die Fahrt von Mailand nur zwei Stunden dauert. Zeitgenossen aus aller Herren Länder, die sich ein Appartement in Andermatt als sicheren Hafen in der Schweiz zulegten oder noch zulegen wollen, kommen also flott ans Ziel.

Überall, wie hier in der Library, sind im Haus Kamine verteilt.

Einen besonderen Triumph durfte das Fünf-Sterne-Haus in diesem Jahr feiern. So wurde es vom Gastroführer GaultMillau Schweiz zum Hotel des Jahres 2017 gewählt.  Dieser Titel zählt zu den besten und wichtigsten Auszeichnungen der Schweizer Hotellerie. „Unser Erfolg liegt im ‚Chedi-Spirit’“, freut sich Jean-Yves Blatt, General Manager The Chedi Andermatt. „In der perfekten Verbindung des ungewohnten Miteinanders von alpinem Chic und asiatischem Ausdruck. In der Kraft und Ruhe der umliegenden Bergwelt. In der Sorgfalt und im einzigartigen Service unserer Mitarbeitenden. Und nicht zuletzt – oder vor allem? – im fast unendlichen kulinarischen Genuss“, so der Manager. Kurz danach erhielt das Haus mit dem „World Luxury Hotel Award“ als globaler Sieger in der Kategorie „Luxury Ski Resort“ noch eine weitere wichtige Auszeichnung.

Als beispielloses Highlight wurden im ganzen Haus insgesamt über 200 Kamine verbaut.

Tatsächlich hat Investor Samih Sawiris in Andermatt etwas Einzigartiges geschaffen. Für die entscheidende Strahlkraft des Baus mit seinem außergewöhnlichen Design durfte der Architekt Jean-Michel Gathy sorgen, der von seinem Sitz in Kuala Lumpur aus Luxushotels in der ganzen Welt plant, insbesondere im asiatischen Raum. Für „The Chedi“ schuf er eine gelungene Mischung aus Tradition und Natur.

Holz und Naturstein bestimmen die Badezimmer. Die Möbel in der Ankleide sind mit Leder überzogen.

Als Inspiration dienten Chalets und Grandhotels vergangener Zeiten, die das Bild der Schweiz prägten. Gebäudekorpus, Dach und Inneneinrichtung sind der Architektur der Region nachempfunden, auch regionale Materialien und Farben finden sich wieder.

Grossformatige Schwarz-Weiss-Fotografien runden das Ambiente in den Deluxe Rooms ab.

Seine ganz persönliche Note verlieh Gathy dem Hotel durch seine Liebe zu symmetrischen Linien, ausgewogenen Designs und der Mischung von Effektvollem mit Vertrautem. So ziert die Frontseite des Fünf-Sterne-Deluxe-Hotels wie bei einem traditionellen Chalet eine Holzfassade, die der Architekt aber auf raffinierte Weise modern interpretierte.

Der Indoor-Pool hat ein Holzdeck auf dem Boden.

Das Haus verfügt über sieben Restaurants und Bars sowie ein Spa- und Wellnesscenter. Allein dieser Wellnessbereich breitet sich auf 2.400 Quadratmetern aus und beherbergt mehrere Pools. Neben dem zwölf Meter langen Außenschwimmbecken und dem 35 Meter langen Innenpool gibt es finnische und Biosaunen, ein Sol-Biodampfbad, einen Hydrothermalpool sowie zehn Deluxe-Behandlungskabinen für kosmetische und therapeutische Anwendungen.

Auch im Spa und Ruhezonen setzt sich die gemütliche Atmosphäre fort.

Das Fitnessstudio trumpft mit neuesten Geräten von Technogym auf und wie sich das in einem solchen Haus gehört, kann man für die sportliche Ertüchtigung auch auf Personal Trainer zurückgreifen oder sich in freier Natur bei Yogasitzungen oder Wanderungen, Mountainbiking oder Skitouren vergnügen.

Der Architekt sorgte für eine Mischung aus alpiner Tradition, Natur und asiatischen Stilelementen.

Während der Winter-Saison lockt die Ski Arena Andermatt-Sedrun,  die mit 120 Pistenkilometern und 18 Transportanlagen am Gemsstock sowie am Nätschen, in Sedrun und Oberalp als Eldorado für Freerider gilt und gleichzeitig auch mit sonnigen, gemütlichen Abfahrten verwöhnt. Das Herzstück des gastronomischen Angebots bildet The Restaurant, wo in vier Atelierküchen asiatische und europäische Gerichte vor den Augen der Gäste zubereitet werden. Einzigartig in den Schweizer Alpen ist das The Japanese by Hide Yamamoto, das Gästen japanische Köstlichkeiten an der Sushi-/Sashimi- und Tempurabar bietet.

Das liebevoll mit Dibbern-Porzellan eingedeckte Frühstück bietet jeden nur erdenklichen Genuss.

The Wine & Cigar Library verfügt nicht nur über einen Blick über den Courtyard, sondern auch über einen begehbaren Humidor und eine Auswahl bester Weine. Einen spektakulären Akzent setzt der Schweizer Luxustempel auch mit dem fünf Meter hohen, verglasten Käseturm mitten im Restaurant, wo eine schier überwältigende Auswahl von Käsesorten angeboten wird.

Die besten regionalen Käsesorten stehen zur Auswahl.

Zur Wahl stehen im The Chedi 100 großzügige Zimmer und Suiten, inklusive der 134 Quadratmeter großen Gemsstock Suite und der 330 Quadratmeter großen Furka Suite. Das Interieur vereint dabei fernöstliche Elemente mit gehobenem, alpenländlichen Stil. Die gemütlichen Räumlichkeiten sind von Böden aus dunklem Holz, Naturstein, weichen Ledersesseln und -sofas sowie zahlreichen Panoramafenstern geprägt. Wer Glück hat, kann beobachten, wie sich der berühmte Aussichtszug Glacier-Express den steilen Hang hinaufarbeitet. Als beispielloses Highlight wurden im ganzen Haus insgesamt über 200 Kamine verbaut.

Die Furka-Suite verfügt über einen eigenen privaten Spa-Bereich.

Über Kunstwerke und Holzvertäfelungen mit eingelassenen Bronzelampen hinter dem Bett entstehen einzigartige Blickpunkte. Der zimmereigene Kamin wird durch ein in Leder eingeschlagenes iPad gesteuert, das zu jedem Zimmer gehört. Über ein entsprechendes Menü werden auch Vorhänge, Klima und Sound reguliert. Die Bäder sind mit großen Badewannen, beheizten Natursteinböden und separaten Regenduschen ausgestattet. Die Türen zu den geräumigen Badezimmern lassen sich variabel verschließen, sodass die Gäste den Raum optisch vergrößern oder ihre Privatsphäre im Bad genießen können.

Bücherauswahl auf zwei Etagen: Überall im Haus gibt es für den entspannungssuchenden Gast gemütliche Rückzugsmöglichkeiten.

Text /// Thomas Garms

INFO

The Chedi Andermatt

Gotthardstrasse 4

6490 Andermatt, Schweiz

Telefon +41 41 888 74 88

Doppelzimmer 490 bis 900 Euro

https://www.thechediandermatt.com/de