TEXT//THOMAS GARMS

Très, très chaud! Der Kellner im Restaurant La Gloire de mon Père balanciert mit einem Küchentuch in den Händen ein wuchtiges Filet de Bœuf herbei – der Teller ist wirklich besonders heiß. Die noch brutzelnden Bläschen auf der karamellisierten Kruste sorgen für Vorfreude, zarte, mit Rotwein abgelöschte Röstaromen verbreiten ihren Duft. Dicke Stücke Landbrot liegen im Körbchen.

Das Dorf Gourdon in der Nähe von Terre Blanche.

Hier, in Seillans, einem idyllischen, mittelalterlichen Dorf im Hinterland der Côte d’Azur, welches sich wie ein Nest eng an die ersten Erhebungen eines bewaldeten Bergrückens angeschmiegt hat, sind ein guter Appetit und Neugier hervorragende Berater. Drei Tore führen hinein zur Altstadt mit ihren Bruchsteinhäusern und Brunnen, engen kopfsteingepflasterten Gassen und kleinen Plätzen mit Springbrunnen, die im Schatten der Platanen liegen. Max Ernst hatte sich in Seillans niedergelassen und verbrachte hier zwölf Jahre seines großen Malerlebens. Seillans hat außerdem als eines der wenigen Dörfer im Département Var die Tradition der Parfümherstellung bewahrt. Es duftet nach Thymian, Rosmarin und Lavendel.

Blick auf einen der beiden Par-72-Championship-Golfplätze von Terre Blanche.

Nicht weit von hier befindet sich das Terre Blanche Hôtel Spa Golf Resort, Mitglied der Allianz Leading Hotels of the World. Das gewaltige Gelände mit rund 300 Hektar und zwei Par-72-Championship-Golfplätzen gehört heute dem SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp. Die landschaftliche Schönheit der Anlage ist atemberaubend. Inmitten von Korkeichen, Krüppelkiefern, Pinien und Kastanienbäumen sind im lockeren Verbund Gästehäuser und Villen mit großzügigen Suiten errichtet worden, erreichbar über gewundene Wege, an deren Rändern Sträucher, Büsche, Felsen und Geröllstein das Gefühl von Wildnis erzeugen.

Die Provence begeistert durch eine faszinierende Blütenpracht in den Gärten.

Schmetterlinge gaukeln von Blüte zu Blüte, Amseln stimmen ihr Lied an. Der Garten sei die einzige Geliebte, die nie enttäuscht und nie verblüht, behauptete der Schriftsteller Beverly Nichols. Besonders schön sind Gärten, wenn sie wie in Terre Blanche die Natur nicht zu sehr domestizieren, sondern die Umgebungslandschaft ihre in gestalterische Bahnen gelenkte Fortsetzung findet. Wohl auch deshalb ist das Golfspielen hier nicht nur ein sportliches Vergnügen, sondern immer auch der Ausflug in ein botanisches Paradies.

Ort der Entspannung: der säulenbewehrte Indoor-Pool von Terre Blanche.
Einen herrlichen Blick auf die Landschaft der Umgebung bietet der großzügig dimensionierte Outdoor-Pool.

Entspannung bietet der Besuch im Spa. Inmitten einer majestätischen Säulenhalle befindet sich der beheizte Indoorpool, ergänzt durch Sauna, Hammam und Laconium. Zu den Höhepunkten gehören auch die von kraftvoller Materialität geprägten Kunstwerke aus der Sammlung von Dietmar Hopp, die in dezenter Üppigkeit überall auf dem Anwesen verteilt sind. Besonders eindrucksvoll: die surrealen Metallskulpturen des in Nizza geborenen Bildhauers Arman. Wenn etwas hier nicht herrscht, dann Geiz. Hopps Botschaft: Lebensart und Genuss, Kunst und Natur sollen zu einem einmaligen Erlebnis verschmelzen.

Wohnraum einer Suite von Terre Blanche.
Frische Zuccini-Blüten.

Einmal mehr wird deutlich, dass gerade das Hinterland der französischen Riviera alle Sinne verwöhnt, die Sehnsucht nach der unzerstörbaren Schönheit ebenso gestillt wird, wie unsere Seele Versöhnung findet mit sich selbst. Nicht ohne Grund pilgerten immer wieder Maler, Bildhauer und Schriftsteller in die noch unberührte Region, suchten nach Rückzugsorten und neuen Inspirationsquellen. Marc Chagall etwa verschlug es nach Saint-Paul-de-Vence, ein vielbesuchtes mittelalterliches Städtchen mit gut erhaltenen Befestigungsanlagen, eine gute halbe Stunde von Nizza entfernt.Auch Pablo Picasso, Henri Matisse und Fernand Léger waren hier immer wieder gern zu Besuch. Heute wartet der Ort mit einer Vielzahl von Galerien auf. Ein Magnet für Kunstinteressierte ist die außerhalb gelegene Fondation Maeght mit ihrem faszinierenden Skulpturengarten.

Brunnen im Ortskern von Saint Paul de Vence,
Liebevoll eingerichtete Suite im Le Saint Paul mit Tapeterie und Himmelbett.
Edle Textilien und ein raffiniertes Farbenspiel akzentuieren dieses Doppelzimmer.

Auch der italienische Unternehmer Roberto Polito und seine Frau Lisa, Gründer von Baglioni Hotels, lieben Saint-Paul-de-Vence. Immer wenn sie hier sind, gehen sie zu Fuß durch die engen Gässchen zu ihrem Besitz, erzählt Anline Messous, die charmante Gastgeberin des Baglioni-eigenen Hotels Le Saint Paul. Es ist neben der Villa Gallici in Aix-en-Provence das zweite Hotel der Familie in Frankreich. Wie alle Hotels von Baglioni ist auch Le Saint Paul ein Juwel bezüglich der Einrichtung und Dekoration.

Anline Messous, die Gastgeberin im Le Saint Paul.
Vögel sind ein zentrales Dekorationsmotiv im Hotel Le Saint Paul.

Es entstand durch die Zusammenlegung von mehreren historischen Stadthäusern. Im romantischen Stil einer herrschaftlichen italienischen Privatresidenz gestaltet, sorgen kostbare Textilien, vertäfelte Wände, Antiquitäten und Marmorbäder für besonderen Charme.

Porzellan und Vogelmotive im Salon des Hotels Le Saint Paul.

Kleine Porzellanvögel, Silberkannen, Kristallglas und kostbare Vasen prägen das Ambiente. Einmal mehr zeigt sich, dass Südfrankreich reich ist an Ausnahmehotels, die es so nur hier gibt. Fast überall kann man hervorragend essen, es gibt Dinge wie Wildtauben, Kaninchen, Langusten und Bouillabaisse. Überall wächst Wein, in den Wäldern im Hinterland werden Wildschweine gejagt. Das Dinner im Le Saint Paul wird draußen in einem Hof unter roten Sonnenschirmen serviert; an den Wänden entlang ranken sich Bougainville, Oleander und Efeu.

Das Auge ist mit: Kreation des Küchenchefs im Hotel Le Saint Paul.
Bettendekoration in einer Suite des Le Saint Paul.
Besucher von Le Saint Paul beim Boule-Spiel vor dem berühmten Cafe de la Place.
Regal mit einer grossen Auswahl von Honig in Saint-Paul-de-Vence.

Für besondere kulinarische Überraschungen steht auch das Hotel Royal-Riviera, gelegen an einem der mondänsten Plätze an der Côte d’Azur, nämlich Cap Ferrat. Gespeist wird hier auf einer von prächtigen Balustraden eingefassten Terrasse mit Blick auf das tiefe Blau des Mittelmeers. Im Hintergrund leise Pianomusik. In der Bucht liegen verschiedene Yachten vor Anker, ab und an löst sich ein Beiboot und gleitet in Schleichfahrt an den Steg vor dem Hotel, um ein paar Ausgehwillige abzusetzen. Im Handumdrehen kommt Champagner an den Tisch, so knackig kalt, dass Flasche und Gläser beschlagen.

Cap Ferrat ist bekannt für die mondänen Privatvillen berühmter Besitzer.

Die zwischen Nizza und Monaco gelegene Halbinsel ist bekannt für seine prächtigen privaten Anwesen. Die Promenade Maurice Rouvier führt direkt am Ufer entlang und lässt ahnen, welche Schönheit den in großzügige Parklandschaften eingebetteten Villen gemein ist. Neben anderen hatten hier Cary Grant, William Somerset Maugham, Gustave Eiffel oder der belgische König Leopold II. ihre Feriendomizile.

Mondäne Eleganz: der Pool des Royal-Riviera.
Blick von der Terrasse des Royal-Riviera auf den Pool und das Mittelmeer.
Der grosse Salon des Royal-Riviera mit Einflüssen aus Art déco und Neo-Hellenismus.
Moderne Eleganz prägt diese Junior-Suite mit Meerblick im Royal-Riviera.

An gewaltigen Hecken und schmiedeeisernen Toren vorbei kommt man auch zu der rosafarbenen Villa Ephrussi de Rothschild. Vorbild des in einen absolut sehenswerten Garten eingebetteten Zuckerbäckergebäudes waren die großen italienischen Renaissance-Paläste. Der ehemalige Wohnsitz der Baronin Béatrice Ephrussi de Rothschild ist heute ein Museum und enthält noch die originale Einrichtung mit Louis-seize-Möbeln, Tapisserien aus Aubusson und wertvollem Porzellan.

Salon in der Villa Ephrussi.
Die berühmte Villa Ephrussi de Rothschild in Cap Ferrat.

Von den sieben verschiedenen Gärten des Anwesens hat man einen wunderschönen Blick auf das Cap und das Meer. Das Hotel Royal-Riviera wurde 1904 unter dem Namen Hotel Bedford errichtet, drei Jahre vor der Villa Ephrussi.

Cap Ferrat ist bekannt für die mondänen Privatvillen berühmter Besitzer.

Nach der größten Schmach, die einem Grand Hotel widerfahren kann, nämlich seiner Umwandlung in eine Residenz, erstand es 1999 aufs Neue. Mit dem Ziel, einen außergewöhnlichen, einzigartigen Erholungsort zu schaffen. Und tatsächlich wird der Begriff Savoir-vivre großgeschrieben: Ruhe und Lebensfreude der feinen Art sind die Säulen des Betriebs, was sich nicht nur in der Eleganz der Einrichtung, der leichten mediterranen Küche sowie den wunderschönen Zimmern mit Terrasse und Balkonen zum Meer zeigt, sondern auch in einem rundum perfekten Service.

Die Küstenpromenade von Cannes.

Erwartbar turbulenter geht es in Cannes zu, im schneeweißen Hôtel Barrière Le Majestic, direkt an der Croisette. Schräg gegenüber liegt der Palais des Festivals et des Congrès mit seinem roten Teppich, wo sich jedes Jahr im Mai Hollywoods Berühmtheiten während des internationalen Filmfestivals ihr Stelldichein geben.

Das Grandhotel verfügt über einen schönen Vorgarten mit Pool.
Stilvolle Eleganz: die Dior-Suite im Hotel Barrière Le Majestic.
Im Hotel Barrière Le Majestic markieren Starfotos an den Wänden Nähe zu den Filmfestspielen in Cannes.

Viele der Stars beziehen im Barrière Le Majestic Quartier, zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotografien an den Wänden des 1926 erbauten Luxushotels zeugen davon. Vor dem Eingang parken die obligatorischen Marken Bentley, Rolls-Royce und Ferrari.

Eleganter Lobbybereich des Hotels Barrière Le Majestic.

Die Halle mit ihren goldschimmernden Paneelen, Wandteppichen und glitzernden Lüstern wirkt repräsentativ, eine ideale Bühne für das Kommen und Gehen des elegant gekleideten Publikums. Beeindruckend sind die beiden neuen, 200 Quadratmeter großen Signature-Suiten mit zwei Schlafzimmern, von denen man einen direkten Blick auf den Strand und den roten Teppich hat. Die Interior-Designerin Chantal Peyrat hat sich bei ihren Entwürfen durch den Look von Luxusyachten mit edlen Hölzern, sandfarbenen Polstermöbeln und maritimen Accessoires inspirieren lassen, zu denen auch Segelschiffmodelle, ein Globus und ein Messingfernrohr gehören.

Die Signature-Suite mit maritimen Stilelementen.
Von der Terrasse dieser Suite eröffnet sich ein einmaliger Blick auf die Croisette.

 

Der hochflorige Teppich greift mit seinem Webmuster die Bewegung der Wellen auf und die Terrasse ist mit Teak beplankt. Von weitem strahlt das glitzernde Gold der Sonne. Es wird sich bald rötlich färben. Zeit für einen Bummel durch die Stadt, an der palmengesäumten Promenade hinüber zum alten Hafen. Von hier aus kann man in das Altstadtviertel Le Suquet hochsteigen. Irgendwo auf dem mit Restaurants und Bars gespickten Weg findet sich ein freier Tisch für den Aperitif. Während kühler provenzalischer Rosé unsere Kehlen herunterrinnt, macht sich eine gelöste Sehnsucht breit: Mag es anderswo düster scheinen in Europa, in Südfrankreich sieht man das Licht am Ende des Tunnels besonders hell, was guttut bei Fernweh. 

Lavendelbüschel auf dem Markt von St. Tropez.
Auswahl an Tomaten: Auf südfranzösischen Märkten macht das Einkaufen Spass.

BESSER GOLFEN

Jean-Jacques Rivet, Begründer der Biomecaswing-Analyseverfahrens und Chef-Biomechaniker des European Tour Performance Institute für Hochleistungssport, hat für Terre Blanche eine Analyse- und Lehrmethode entwickelt, die in kürzester Zeit die Leistung von Golfspielern optimiert. Sie beruht auf einer wissenschaftlichen Stärken- und Schwächenbilanz in Bezug auf die Spieltechnik, wie sie auch Hochleistungssportler erhalten, und beinhaltet Details zum Körperbau, zur Fitness sowie eine präzise Analyse des Muskelaufbaus beziehungsweiße der Bewegungsabläufe. Auf dieser Basis wird für jede Schwungproblematik ein individuelles Optimierungs- und Trainingsprogramm entwickelt. www.europeantour.com

Jean-Jacques Rivet

 

DIE GETESTETEN HOTELS

Terre Blanche Hotel Spa Golf Resort

Außergewöhnliches Resort in der Provence, in der Nähe der französischen Riviera gelegen, welches Luxus, Ruhe, Sport und Wohlbefinden bietet.Das Terre Blanche gehört mit zwei Par-72-Championship-Golfplätzen, die von Dave Thomas gestaltet wurden, sowie einem Trainingszentrum zu den besten Golfresorts der Welt. www.lhw.com/terreblanche

 

Hotel Royal-Riviera

Das luxuriöse Hotel auf der französischen Halbinsel Cap Ferrat hat seine Ursprünge im frühen 20. Jahrhundert. Es liegt am Strand und kombiniert die Pracht eines Palastes mit der Intimität eines Boutique-Hotels. Stilelemente aus Art déco und Neo-Hellenismus bestimmen die Inneneinrichtung. www.lhw.com/royalriviera

 

Hôtel Barrière Le Majestic Cannes

Das elegante Hotel liegt an der Promenade Croisette, direkt am Mittelmeer sowie dem Palais des Festivals. Es gehört mit seinem majestätischen Jugendstilpalast fest zum Stadtbild von Cannes. Tagsüber können die Gäste am Strand und hoteleigenen Anlegesteg entspannen. www.lhw.com/majesticcannes

 

Hotel Le Saint Paul

Liebevoll eingerichtetes Fünfsternehotel innerhalb der Befestigungsmauern des mittelalterlichen Künstlerdorfs Saint-Paul-de-Vence mit romantischem Flair. Die Zimmer und Suiten bieten einen schönen Blick auf das Dorf oder bis zur Mittelmeerküste. Das Dinner wird auf einer Blumenterrasse serviert. www.lesaintpaul.com