Auf Mauritius setzt das frisch eröffnete Hideway Lux Grand Baie sowohl kulinarisch als auch architektonisch neue Maßstäbe im Luxusbereich. 

Judah Tan, trotz seiner jungen Jahre weltläufiger Zeremonienmeister des asiatisch geprägten Signatur-Restaurants Ai Kisu im Lux Grand Baie auf Mauritus, weiß wie man einen famosen Abend inszeniert: Nachdem man von modelmäßig schönen Hostessen zum Tisch geführt wurde, bringt Judah mit verheißungsvoller Miene eine gewaltige stoffbezogene Schachtel an den Tisch, in der sich das „Buch“ befindet – die leinengebundene Speisekarte, schwarz und schwer. Vom Konzept her ist die Auswahl der Speisen nichts weniger als eine Reise durch das Beste, was die Küche Asiens zu bieten hat, von China über Vietnam, Indonesien bis Japan. 

Das Restaurant Ai Kisu hat sich rasch zum gastronomischen Hotspot auf Mauritius entwickelt.

Wir lassen uns zum Degustationsmenü überreden, das ganz große Kino. Dazu die Rake-Begleitung.  Selbstverständlich kommen wir auch in den Genuss einer Auswahl rarer Sojasoßen, hergestellt in traditioneller Fermentationsmethode, in Zedernfässern gereift, geschmacklich die Vollendung für Sushi und Sashimi. Bevor es mit den Hauptgängen losgeht, probieren wir schwarz, weiß und rot sortierte Dim Sum, darunter eine kirschrote Spezialität mit Entenfüllung. Später lernen wir auch die Vorzüge des Warayaki-Grills kennen, der mit Reisstroh befeuert wird und dadurch extrem heiße Temperaturen liefert zugunsten der köstlich karamellisierten Kruste des Wagyu-Beefs. 

Perfekt für Fisch und Fleisch: Der mit Reisstroh befeuerte Warayaki-Grill.

Das Ai-Kisu-Erlebnis zieht einen in den Bann: auch wegen der offenen Küche, wo die junge Crew mit dunkelgrauen Schürzen und breiten orangenen Hosenträgern ihre Gerichte zaubert, während Judah Tan später am Pass alle angereichten Speisen noch einmal einem höchst kritischen Blick unterzieht. Die dunklen Wände des Restaurants sind mit moderner japanischer Kunst geschmückt, goldschimmernde Designerleuchten, die sich in der verspiegelten Decke reflektieren und die nischenartig gestalteten Plätze mit halbrunden, ledergepolsterten Sitzbänken sorgen für ein mondänes Clubambiente. 

Im Ai Kisu steht eine grosse Auswahl feinster handgebrauter Soya-Saucen zur Verfügung.

Es ist ein Ort, der schon jetzt für sich beanspruchen kann, zum gastronomischen Hotspot der Insel avanciert zu sein – gerade an den Wochenenden strömen neben den Hotelgästen auch jede Menge einheimischer Genießer mit ihren Freunden herbei, elegant gekleidet, in bester Laune, was nicht nur mit dem wunderbaren Essen zu tun hat, sondern auch mit dem dazugehörigen Nachtclub, der eine Tür weiter bei bester Musik zum Tanzen und Feiern nach dem Dinner lädt. 

Dim Sum mit feinsten Füllungen.

Gerade durch dieses Restaurant wird der Anspruch des Betreibers Lux Collective deutlich, mit dem neuen Resort Grand Baie im Norden von Mauritius sowohl kulinarisch als auch architektonisch Maßstäbe im Luxusbereich setzen zu wollen.

Die Haupthalle des Lux Grand Baie beeindruckt durch eine spektakuläre Architektur.

Erst Anfang Dezember eröffnet, läutet dieses Haus eine neue Generation von Resorts im Boutique-Stil ein – mit großartiger Architektur, innovativen Dining-Konzepten sowie modernsten Fitness- & Wellness-Angeboten. Das Hideaway befindet sich direkt am Strand, eingebettet in die malerische Lagune von Grand Baie. Von allen geräumigen Zimmern besteht uneingeschränkte Sicht auf das türkisfarbene Wasser und die weißen Sandstrände der Insel.

Eine Springbrunnen vor der Haupthalle als Blickfang.

„Wir wollten hier etwas Neues schaffen, was es so vorher auf Mauritus nicht gegeben hat“, schwärmt Ashish Modak, der General Manager beim Interview. Man möchte die Gäste immer wieder überraschen, sagt er, und sei es durch Kleinigkeiten wie hausgemachte Marmeladen aus tropischen Früchten, die liebevoll in kleinen Einmachgläsern mit hölzernen Schildchen präsentiert werden. Ein weiteres Highlight beim Frühstück sind fünf verschiedene selbstgebraute Kombuchas sowie eine Erdnußmühle, mit der man sich selbst frische Erdnußbutter machen kann.

Am Rand der Halle befindet sich eine Auswahl schöner Bildbände.

Beeindruckend die Architektur. Bereits in der weitläufigen und lichten Lobby zeigt sich eine raffinierte Formensprache. Der aus Mauritius stammende Architekt Jean-Francois Adam ließ sich von der Segelbootarchitektur und seiner Kindheit inspirieren, die er genau an dem Strand verbrachte, wo das Resort heute steht.

Vom Ende der Halle hat man einen schönen Blick auf den Strand und die Bucht.

Heraus kam ein Design-Konzept, welches das Leben drinnen und draußen harmonisch zusammenführt. Aus nahezu jedem Winkel geht der Blick nach draußen, leise hört man die Palmen rascheln. Die zum Meer offene Architektur bricht mit den traditionellen Formen auf Mauritius und ist gleichzeitig eine Hommage an die ursprünglichen Materialien der Insel wie Holz, Stroh und Schilf. Einerseits finden sich in der symmetrisch aufgebauten Lobby mit ihrer majestätischen Deckenhöhe große loungeartige Designer-Sofas, anderseits aber auch gemütliche Nischen zum Verweilen und ein Board mit liebevoll kuratierten Bildbänden.

Die Zimmer haben alle Meerblick und sind elegant gestaltet.

Die Innenräume hat die britische Innenarchitektin und Designerin Kelly Hoppen entworfen, zurückhaltend in der Farbe, geprägt von beige, grau, schwarz, hellen und dunklen Hölzern. Der Stil ist gleichzeitig schlicht und mondän, aber stets auf Komfort bedacht.  

Von den Balkonen hat man einen unverstellten Blick auf den Hauptstrand.

Die komfortablen Gästezimmer sind in einem geschwungenen dreistöckigen Riegel untergebracht mit großen Glasfronten und Balkons. Die Zimmer im Erdgeschoss haben direkten Zutritt zum von Palmen und Blühpflanzen durchsetzten Poolgarten, der direkt an den weitläufigen Strand grenzt. Hier befindet sich eine gut ausgestattete Wassersport-Station, wo unter anderem SUP-Boards, Kajaks und Segelboote zur aktuell kostenlosen Nutzung auf die Gäste warten. Auch Motorboote gibt es zum Wasserskifahren.

Blick über die Grand Baie mit einem wunderschönen, gepflegten Strand.

Beliebter Treffpunkt ist das Beach Rouge direkt neben der Bar  – das charakteristische Beach-Club-Konzept bietet entspanntes Essen den ganzen Tag über. Direkt am Pool gelegen, wird hier frische, lokale Küche zum Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert. Es gibt einerseits Grillgerichte, andererseits einen Schwerpunkt auf italienische Küche mit Pizza, Pasta und einer herrlichen Auswahl an verschiedenen Mozarellas und Burratas, die man nach Herzenslust mit verschiedenen Toppings kombinieren kann.

Zum Frühstück findet sich eine große Auswahl an selbstgebrautem Kombucha.

Obligatorisch sind die Tomaten von der eigenen Farm – mindestens so lecker und aromatisch wie Tomaten aus Sizilien. Zum Dessert kann man sich am Tresen ein hausgemachtes Eis holen oder sich mit anderen kleinen Naschereien verwöhnen lassen. Wen will es da noch wundern, dass Gäste hier den ganzen Tag entspannt Quartier beziehen und nur noch pendeln müssen zwischen dem Restauranttisch auf der Terrasse, einer gemütlichen Liege und einem erfrischenden Bad im Pool.

Highlight am Frühstücksbuffet: Die Erdnußmühle, mit der sich frische Erdnussbutter zubereiten lässt.

Wenn die Sonne unter den Horizont sinkt und den Raum in ein spektakuläres Rot taucht, ist hier Cocktail-Stunde. Dann wird die Bar zum Mittelpunkt des Resorts und DJs geben musikalisch von Chill bis Groove den Ton an. 

Das Bisou, die Rooftop Bar mit Infiniti-Pool. Abends legen hier DJs auf.

Ein weiteres Highlight des Resorts ist das Bisou, eine Rooftop Bar nur für Erwachsene samt Restaurant auf dem Dach. Von hier aus hat man einen Panoramablick auf den Indischen Ozean und kann sich auf verschiedenen Schaukeln niederlassen oder in Daybeds eine Siesta halten. Es gibt einen 30 Meter langen Infinity-Pool, in dem Tapas auf schwimmenden Tabletts serviert werden und der von Cabanas und natürlichem Grün umgeben ist. Wenn die Nacht hereinbricht, verwandelt sich der Bereich in eine Lounge-Bar, in der die Gäste lebhafte Musiksets vom hoteleigenen DJ genießen können. 

Teil des Frühstück-Angebots ist das sogenannte Deli, wo sich unter anderem Obstsalate, frische Säfte und Jogurts finden.

Überhaupt die Musik: Das Lux Grand Baie versorgt die Gäste morgens ab acht mit ausgefeilten Playlists, die je nach Tageszeit für eine ganz unterschiedliche klangliche Untermalung sorgen, mal anregend, mal lässig entspannt. Zwischendurch treten ergänzend Künstler auf: Eine Sängerin interpretiert gefühlvoll brasilianische Bossa Novas und Sambas, ein Saxophonist setzt soulige Akzente. 

Oase der Ruhe: Garten des Spa-Bereiches.

Was man hier sonst noch so machen kann? Zweifellos wäre es eine Unterlassungssünde, sich nicht von dem umfangreichen Wellness-Angebot verführen zu lassen. Eine Yoga-Stunde gefällig? Bitte sehr. Aber es gibt auch eine Reihe von Thermal-Erlebnissen, darunter ein einzigartiges Hydrotherapie-Konzept, Kneipp-Gang, türkisches Hammam und Tepidarium-Bäder, neben acht geräumigen Behandlungsräumen, in denen die Gäste auf High-Tech-Betten charakteristische Spa-Behandlungen erleben können. Fitness-Freaks können an einer Reihe von Kursen teilnehmen, sei es Kraft- und Funktionstraining, Radfahren, Soft-Sand-Running bis hin zu Mobility Recovery.

Der großzügige Spa-Bereich bietet vielfache Anwendungen – und ein türkisches Hamam.

Ein perfekter Ort für Krafttraining unter freiem Himmel ist das „Muscle Up on the Roof“, angeblich die erste vollwertige Outdoor-Wellness-Experience auf dem Dach in der Region des Indischen Ozeans. Es wartet mit zwei 30 Meter langen Laufstrecken nach olympischem Standard auf sowie einem MyBeast Functional Fitness Frame, der mit 12 Trainingsstationen wie Power Rack, Multi Pull-up und Boxsack ausgestattet ist.

Der Corporate Chef David Minten und Marie Meunier bereiten im Food-Lab ein spezielles Überraschungsmenü zu.

Um interessierte Gäste teilhaben zu lassen an der Entwicklung neuer Rezepte oder den Geheimnissen der professionellen Aromakunde, hat David Minten, ein Niederländer, der als Corporate Chef die gastronomische Gesamtverantwortung trägt für Lux Collective, tief in den Katakomben der weitläufigen Küche ganz neu ein sogenanntes Food Lab eingerichtet. Als besonderes Privileg dürfen wir am Abschlußabend mit Minten Premiere feiern. Gezaubert wurde nach einem vorzüglichen Heilbutt im Tomatensud eine grandios schmeckende „Red Duck“- Brust von der Barbarie-Ente mit roter Beete und rot gefärbten Steckrüben sowie Kirsch-Dim Sum.

Verschiedene Zutaten für das Überraschungssmenü im Food Lab.

Verstärkung erfuhr Minten durch Chef-Pâtissiere Marie Meunier. Die junge Französin hat an dem berühmten Institut Paul Bocuse ihr Metier gelernt und zeigte mit einer goldglitzernden, durch eine sanfte Flamme zum Schmelzen gebrachte Halbkugel aus Schokolade das nächste Level im Zusammenspiel von Kakao, Frucht und Konditorenkunst. Ein wahres Feuerwerk aus Fruchtigkeit und Süße, Zartheit und knusprigem Biss. Schöner konnte diese Reise wahrlich nicht zu Ende gehen.

TEXT//Thomas Garms

LUX Grand Baie

Coastal Road 

Grand Baie 30510 

Mauritius

Telefon+230 209 2200

Ab 513 Euro DZ pro Nacht

http://www.luxresorts.com