Der Mercedes SL feiert sein siebzigjähriges Jubiläum. Hier die schönsten Fotos

Die beiden Buchstaben SL stehen für eine einzigartige Mercedes-Benz Sportwagentradition: Seit 70 Jahren markiert das Kürzel für „Super-Leicht“ und damit sportliches Autofahren – vom 300 SL Rennsportwagen (W 194) aus dem Jahr 1952 bis zum jüngsten SL der Baureihe 232 der Performancemarke Mercedes-AMG. Der Urvater W 194 bleibt dem Motorsport vorbehalten, doch damit transportiert er einen wichtigen Markenwert von Mercedes-Benz: Als ältester Luxusautomobilhersteller der Welt leistet sich die Marke in vielen Epochen Engagements im Motorsport – und ist dabei höchst erfolgreich. Ab dem Seriensportwagen 300 SL Coupé (W 198) sind dann Sportlichkeit, Luxus und Lifestyle die Attribute jedes SL. 

Meet Mercedes Summer „Mythos SL“, Juni 2021. Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic. Von rechts vorn nach links hinten: Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952, Mercedes-Benz 300 SL Rennsportprototyp (W 194/11) für die Saison 1953 , Mercedes-Benz 300 SL Coupé (W 198) von 1957, Mercedes-Benz 190 SL (W 121) von 1961, Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198) von 1960, Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“ von 1970, Mercedes-Benz 350 SL (R 107) von 1971, Mercedes-Benz SL 600 (R 129) von 1995, Mercedes-Benz SL 55 AMG (R 230) von 2005, Mercedes-Benz SL 500 (R 231) Special Edition „Mille Miglia 417“ von 2015.

Alle Generationen schreiben dabei ihre eigenen Kapitel in der ununterbrochenen Erfolgsgeschichte, zu sehen im Mercedes-Benz Museum mit der Sonderausstellung „Faszination SL – seit 70 Jahren ein Traumwagen. Die Ausstellung läuft bis zum 9. Oktober 2022 im Collectionsraum 5 und umfasst zehn SL-Sportwagen aus sieben Jahrzehnten, vom ältesten erhaltenen 300 SL Rennsportwagen (W 194) bis zum neuen Mercedes-AMG SL der Baureihe 232. 

Vorn: Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952. Hinten, von rechts nach links: Mercedes-Benz 300 SL Coupé (W 198) von 1957, Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198) von 1960, Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“ von 1970, Mercedes-Benz 350 SL (R 107) von 1971, Mercedes-Benz SL 600 (R 129) von 1995, Mercedes-Benz SL 55 AMG (R 230) von 2005, Mercedes-Benz SL 500 (R 231) Special Edition „Mille Miglia 417“ von 2015.

Im März 1952 präsentiert Mercedes-Benz den 300 SL (W 194), ein reines Motorsportfahrzeug. Mit ihm gewinnt die Marke vier von fünf Rennen in der Saison: die Sportwagenrennen in Bern (Dreifachsieg) sowie auf dem Nürburgring (Vierfachsieg), die 24 Stunden von Le Mans (Doppelsieg) und die III. Carrera Panamericana in Mexico (Doppelsieg). Bei der Mille Miglia, sie ist der erste Renneinsatz damals, sind es die Plätze zwei und vier. Für die Saison 1953 entsteht der Rennsportprototyp W 194/11. Wegen der Vorbereitungen für den Einstieg in die Formel 1 kommt er nicht mehr zum Einsatz, ist aber ein wichtiger Technikschritt auf dem Weg zu den Rennwagen (W 196 R) und Rennsportwagen (W 196 S) in den Jahren 1954 und 1955. 

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952 von Mercedes-Benz Classic. Detailaufnahme der Fahrzeugfront mit dem typischen SL-Gesicht und der mit einem Lederriemen fixierten Motorhaube.
Das Interieur des Mercedes-Benz 300 SL Rennsportprototyp (W 194/11) für die Saison 1953 von Mercedes-Benz Classic.

Schnell werden Rufe nach einer Serienversion des erfolgreichen Rennfahrzeugs laut. Mercedes-Benz reagiert und präsentiert schon 1954 den Seriensportwagen 300 SL Coupé (W 198), den legendären „Flügeltürer“. Nur 1.400 Exemplare des begehrten Sportwagens mit den charakteristischen, wegen des Gitterrohrrahmens am Dach angeschlagenen Türen werden gebaut. Heute erreichen die Fahrzeuge Sammlerpreise deutlich jenseits von einer Million Euro. 

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952 mit geöffneten Flügeltüren.

Zeitgleich mit dem „Flügeltürer“ stellt die Marke 1954 den Mercedes-Benz 190 SL vor, konzipiert als eleganter, offener Sportwagen. Neben dem Supersportwagen 300 SL ist der äußerlich ebenfalls sehr sportlich wirkende Roadster ein Fahrzeug mit umfassendem Komfort selbst für große Reisen bei hohen Reisegeschwindigkeiten. 

Mercedes-Benz 300 SL Coupé (W 198), Baujahr 1957, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von rechts hinten mit geöffneten Flügeltüren.

1957 folgt der 300 SL Roadster (W 198) auf das „Gullwing“-Coupé. Wie sein Vorgänger ist auch dieses Fahrzeug auf Initiative des US-Importeurs Maximilian E. Hoffman entstanden. Technisch entspricht der Roadster weitgehend dem Coupé. Durch Modifikation der Seitenteile des Gitterrohrrahmens kann die Einstiegshöhe nun aber so weit reduziert werden, dass sich normale, vorn angeschlagene Türen realisieren lassen. 

Von links nach rechts: Mercedes-Benz 300 SL Coupé (W 198) von 1957, Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“ von 1970, Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198) von 1960.

1963 löst der 230 SL (W 113) sowohl 300 SL Roadster wie auch 190 SL ab. Er überzeugt mit Sportlichkeit, Komfort sowie Sicherheit und ist seitdem wegweisend für die SL-Tradition. Das optionale Hardtop mit hohen Scheiben und dem von schmalen Säulen getragenen Dach erinnert durch seine nach innen gewölbte Form an asiatische Tempelbauten. Das bringt dem W 113 den Beinamen „Pagode“ ein. 

Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“, Baujahr 1970, von Mercedes-Benz Classic.
Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“, Baujahr 1970, von Mercedes-Benz Classic. Interieurfoto von links hinten.

Die SL der Baureihe R 107 haben im Frühjahr 1971 Premiere. Erstmals in der Geschichte des Mercedes-Benz SL arbeiten in den Typen 350 SL und 450 SL Achtzylindermotoren. 1974 folgt der 280 SL mit Sechszylindermotor, damit sind erstmals drei Motorisierungen im Programm. Die Baureihe strahlt Eleganz und Solidität aus. Das Crashverhalten des offenen Zweisitzers ist seiner Zeit weit voraus. Der R 107 wird 18 Jahre lang gebaut – ein Rekord. 

Mercedes-Benz 350 SL Roadster (R 107); Farbe: sandbeige 467; Baujahr: 1971

Auf dem Genfer Auto-Salon des Jahres 1989 präsentiert Mercedes-Benz dann die nächste Generation, den SL der Baureihe R 129. Branchenprägend ist der automatische Überrollbügel, der selbst bei geschlossenem Hardtop innerhalb von nur 0,3 Sekunden hervorschnellt. Mit dem Fahrzeug trifft die Marke ins Schwarze: Schon bald ist die Produktionskapazität ausgelastet. Die Kunden nehmen teilweise mehrjährige Lieferfristen in Kauf. Legendär sind die Zwölfzylinder-Spitzenmodelle 600 SL/SL 600 sowie SL 73 AMG mit 7,3-Liter-V12-Motor.

Mercedes-Benz SL 600 (R 129), Baujahr 1995, von Mercedes-Benz Classic.

2001 hat die nächste SL-Generation mit dem internen Kürzel R 230 Premiere. Ihre auffälligste Neuerung ist das Variodach aus Stahl: Erstmals in der Geschichte des Mercedes-Benz SL ermöglicht es ein offenes Fahrzeug und ein Coupé in einem. Das Design der Baureihe R 230 vereint über markante Details Tradition und Zukunft. Der AMG Anteil wächst in dieser SL-Generation deutlich: Fast ein Drittel aller R 230 haben AMG Motoren.

Mercedes-Benz SL 55 AMG (R 230), Baujahr 2005, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von vorn.

Im Januar 2012 wird zum 60. Geburtstag des SL auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit die Baureihe R 231 präsentiert. Ein Schwerpunkt der Neukonstruktion liegt auf der Gewichtsreduzierung des Sportwagens über zahlreiche Maßnahmen. Auf Wunsch erhältlich: MAGIC SKY CONTROL, das Glasdach mit einstellbarer Tönung und Transparenz. 

Mercedes-Benz SL 500 (R 231) Special Edition „Mille Miglia 417“, Baujahr 2015, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von vorn.

Der neue Mercedes-AMG SL (R 232) ist die jüngste Neuauflage einer Ikone. Mit klassischem Stoffverdeck und sportlichem Charakter fügt er sich nahtlos in die glänzende Historie ein. Gleichzeitig ist der luxuriöse Roadster als 2+2-Sitzer besonders alltagstauglich und bringt seine Leistung erstmals mit Allradantrieb auf die Straße. Den Auftakt zum Marktstart machen zwei Modelle mit AMG V8-Biturbomotor. 

CDer neue Mercedes-AMG SL 55 4MATIC+ in Alpingrau Uni.

Copyrights: Alle Fotos Mercedes-Benz Classic