Mit dem Bentley Continental GT Speed auf den Spuren von Eleganz und Größe.

Längs des Gardasees, auf der westlichen Seite, am Ortsende der kleinen Gemeinde Gargnano, lässt sich hinter einem schmiedeeisernen Tor ein Musterbeispiel italienischer Grandezza besuchen, nämlich die im neugotischen Stil errichtete Villa Feltrinelli. Das Anwesen war einst Sommersitz einer der reichsten Familien Italiens, durch Holzhandel wohlhabend geworden, mit Waldbesitz in Kärnten und Beteiligungen an mehreren europäischen Eisenbahngesellschaften. Später kamen eine Bank und die Herstellung von Textilien dazu. Dieser Familie entstammte Giangiacomo Feltrinelli, 1926 in Mailand geboren, später Gründer des Verlags Feltrinelli und eine der schillerndsten Figuren der italienischen Nachkriegszeit.

Die Villa liegt direkt am Ufer des Gardasees, eingebettet in einen Park voll kostbarer Pflanzen.

Heute ist die Villa Feltrinelli ein wunderschönes Grandhotel, vielleicht sogar die poetischste Hinterlassenschaft jener aristokratischen und großbürgerlichen Villenkultur der norditalienischen Seen, deren Bestreben es war, ohne Geiz und andere Beschränkungen Orte zu schaffen, an welchen das auf Erden bestmögliche Leben zu verwirklichen sei, voller kostbarer Möbel, mit Intarsien, Stuckaturen, Glasmalerei in den Treppenhäusern, Terrazzo und den prächtigsten Marmorplatten, die die Steinbrüche der Gegend hergaben. Entsprechende Gärten – oder besser: Parkanlagen bildeten den äußerlichen Rahmen. Sozusagen eine bauliche Zeichengebung, Ausdruck des Bestrebens, in der Wohnarchitektur Großzügigkeit und Würde zum Ausdruck zu bringen. 

Das Treppenhaus der Villa mit ihren einzigartigen Fenstern und Marmorstufen zeugt von Noblesse.

Hier rollt man heran, hier fährt man vor. Der Bentley Continental GT Speed, ein Luxus-Coupé aus Crewe in der britischen Grafschaft Cheshire, ist nachgerade das automobile Gegenstück zur Grandezza des Seeschlösschens, als würdiger Begleiter ebenfalls geprägt von exklusivem Stil und reichlich Handwerkskunst. 485 Kilowatt geben in dem V8-Modell den Ton an und sorgen für gelassenes, genussvolles Fahren in einer Zeit, wo bei den meisten Automobilisten angesichts nur mäßig komfortabler Fortbewegungsmittel eine außerordentliche Überempfindlichkeit der Nerven zutage tritt.

Der Bentley Continental GT Speed mit in Dragon Red II ist ein Grand Tourer der Extraklasse – perfekt für eine Tour zu den noblen Adressen Norditaliens.

Bei diesem Grand Tourer hingegen wird durch die wunderbare Abdämpfung von Lärm und löcherigen Pisten eine Ruhe und Behaglichkeit erreicht, wie es in diesen feinsten Gradierungen nur sehr wenige andere erreichen. Als Hoflieferant der britischen Königsfamilie von außerordentlicher Noblesse geprägt, steht Bentley mit seinem Interieur immer auch für besondere Materialien und Ideen, genannt sei etwa das bewegliche, in Nussholz verpackte Rotating Display oder die tiefen Teppiche aus einheimischer Wolle.

Die noble Innenausstattung des Continental GT Speed mit seiner im typischen Rautenmuster gesteppten Lederverkleidung.

So spielt das Ästhetische bei den Modellen mit ihrem ikonischen Rautengrill und den straffen, raubtierhaften Flanken stets eine entscheidende Rolle, jeder Bentley ist perspektivisch auch ein Sammlerobjekt.

Beim Ein- und Aussteigen wird das Logo auf den Boden projiziert.

Das edle Motorfahrzeug mit seiner perfekt zum Hotel passenden Farbe Dragon Red II wird entladen, endlich geht es hinein in die quasi kathedralenhafte Halle aus einer extrovertierten Zeit. Venezianischer Stuck, Deckenfresken, Schmiedeeisen, kunstvoll geschnitzte Hölzer an den Wänden und eine wundervolle Floristik empfangen den Gast.

Jede der Suiten ist anders eingerichtet und beeindruckt durch das stilvolle, häufig antike Mobiliar.

Fortan möchte man eigentlich nichts mehr anderes tun, als all die Schönheit zu betrachten, die dieses Juwel für die Gäste bereithält. Ausgestaltet von der kalifornischen Innenarchitektin Pamela Babey, deren Auftrag es war, das Hotel als eine Art Grand Residence mit den allerhöchsten Standards zu gestalten, präsentiert sich den Sinnen ein Unikat, wo jeder Türgriff, jede Leuchte, jeder Bezugstoff und jedes noch so unscheinbare Dekorationselement verschmilzt zu einem schier überwältigenden großen Ganzen. Das Kommando über die dreizehn epochalen Suiten, Gesellschaftsräume, Küche, Keller und den Garten hat heute eine private Betreibergesellschaft, geführt von dem Investor und Hotelier Markus Odermatt.

Deckenschmuck im beliebten Turmzimmer.

Die Gesellschaftsräume im Erdgeschoss, die Bibliothek, Salon und Speisesaal präsentieren sich in jener komfortorientierten großbürgerlichen Manier, die heute einer oft von glanzlosem Minimalismus gepeinigten Menschheit fast verloren gegangen scheint. Durch Aufteilung und Zuschnitt der Räumlichkeiten spürt man den ebenso repräsentativen wie geselligen Anspruch, den die Familie Feltrinelli durch vielerlei Empfänge und Feste einst zu leben in der Lage war.

Die liebevoll eindeckte Terrasse ist an warmen Abenden der perfekte Platz für das Dinner.

Die gezielte räumliche Großzügigkeit spiegelt sich auch auf den Terrassen und in den Außenanlagen, die stets auch Orte zum Verweilen sein sollten und dies auch sind. Nicht ohne Grund liegen auf den Marmorstufen, die hinunterführen vom Salon zum Kiesweg am See, rote Polsterkissen. Sie laden dazu ein, sich niederzulassen und nichts anderes zu tun, als nur hinauszublicken auf das Wasser und die gemächlich ihre Bahnen ziehenden Boote. Etwas weiter entfernt stehen direkt an der Wasserkante einige Gartensessel für den Rückzug und den in aller Ruhe einzunehmenden Tee.

Verwunschener Rückzugsort auf einem Steg am See.

Inzwischen ertönt leise Klaviermusik aus dem Salon und die ersten Gäste geben ihr Stelldichein für den Cocktail, der mit einigen köstlich leichten Kanapees vor dem Dinner gereicht wird. In Shorts und Sandalen sitzt hier niemand, ganz selbstverständlich gehört die modisch elegante Garderobe hier zum guten Ton.

Eine Freitreppe führt hinunter zum See, wo man sich eine Erfrischung reichen lassen kann. Der Boden ist mit Marmorsplit belegt.

Zur gegebenen Zeit wechseln wir hinüber in das Restaurant unter kreativer Leitung des Zweisternekochs Stefano Baiocco. Auf dem Büfett sind rund ein Dutzend handgeblasene Dekanter dekoriert, ein dezenter Hinweis auf den Weinkeller, der mit den besten Gewächsen Italiens bestückt ist, sei es aus der Toskana, sei es aus Südtirol. Ob Masseto, Ornellaia, Sassicaia oder Solaia – anspruchsvolle Weinliebhaber kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Im gut sortierten Weinkeller warten die besten Lagen Italiens.

Die Küche setzt auf fein verwobene Aromen und nutzt die Gaben des hauseigenen Kräutergartens mit über 200 verschiedenen Pflanzenarten. Fangfrische Gamberoni und hausgemachte Pasta stehen genauso auf der Karte wie zartestes Lammkarree oder getrüffelter Seeteufel. 

In den geräumigen Gemächern sind die Betten mit feinster Wäsche bezogen.

Später wartet oben ein breites Himmelbett, weich, mit bester Wäsche bezogen. Auf dem Nachttisch ein Holzkästchen mit Messingplatte und acht Knöpfchen, die dazu dienen, zum Einschlafen die bevorzugte Musikrichtung zu wählen – von Pop über Klassik bis Jazz. Jede Suite ist anders möbliert, oft mit restaurierten Originalmöbeln aus dem Bestand zu Lebzeiten der Familie Feltrinelli.

Lackierte Schale für persönliche Accessoires.

Auch in den Schlafräumen mit ihren hochglanzpolierten Holzböden herrscht das Flair des Sinnlichen, Üppigen, Exquisiten. Wunderschöne Kompositionen einer großbürgerlichen Lebensart, die zu genießen eher selten geworden ist. An den Fenstern filtern kunstvoll gesäumte, mit Quasten besetzte Vorhänge das Licht. Viele Stoffe und Bezüge wurden speziell für das Hotel angefertigt, in einer Qualität außerhalb der üblichen Norm und unbestreitbar wertvoll, dazu Antiquitäten, um die sich liebevoll zusammengestellte Dekorationsgegenstände ordnen.

Blick in die Halle mit prächtiger Floristik.

Selbstverständlich gibt es auch ein Inventarbuch, in dem die Herkunft jedes einzelnen Objekts, ob gefütterte Briefpapierschachtel, silberner Portraitbilderrahmen oder steinerner Fuß als Türstopper, festgehalten ist. Die Marmorbäder mit ihren aufwendigen Armaturen im Stil der Jahrhundertwende sind ebenfalls voller Raffinesse und Großzügigkeit. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Wannen um Jacob-Delafon-Wannen aus französischem Porzellan, die so schwer sind, dass ein spezielles Stahlbett nötig war, um sie sicher auf dem darunterliegenden Fußboden zu verankern. Alle Badezimmer haben selbstverständlich beheizbare Marmorfußböden.

Papierschatulle als Dekoration in der Bibliothek.

Vater dieses ganzen Luxus ist der amerikanische Unternehmer Robert H. Burns, der einst in Zusammenarbeit mit dem deutschen Hotelier Georg Rafael die Regent International Hotels gegründet hatte. 1992 verkaufte er seine Anteile an der Gruppe Four Seasons Hotels and Resorts. Als steinreicher Privatier entschied er sich, die seit einigen Jahren leer stehende Villa Feltrinelli im Jahr 1997 zu kaufen und originalgetreu zu renovieren. Selbst die alten schwarzen Bakelit-Telefone mit manueller Wählscheibe sind noch vorhanden – und sogar funktionsfähig. Ziel war, ein Traumdomizil zu schaffen, ein würdevolles Hideaway für Connaisseurs, wo es an nichts fehlt und die gehobene italienische Lebensart auf schönste Weise zelebriert wird. 

Eine Auswahl kostbarer Dekanter im Speiseraum deutet auf den gut sortierten Weinkeller hin.

Dazu gehört auch der kunstvoll gestaltete Park mit seinen prächtigen alten Bäumen. Am See entlang nach Norden führt ein Kiesweg aus zerkleinertem Marmor. Zur rechten Seite gibt es kleine Stege, die von schattenspendenden Bäumen flankiert werden und jeweils mit Lehnstühlen und einer Badeleiter bestückt sind. Wer mag, kann hier den ganzen Tag verweilen, ein Buch lesen, träumen und zwischendurch ein bisschen im Gardasee schwimmen.

Ein Koch ist am frühen Morgen unterwegs zum Kräutergarten um sich mit den notwendigen Zutaten zu versorgen.

Weiter hinten auf dem Grundstück findet sich ein offener Pavillon als Fitnesstempel mit allen notwendigen Geräten und Gewichten. Wer bis zum Ende des Grundstücks spaziert, trifft auf eines der Gästehäuser mit weiteren Zimmern. Von dort sieht man schon den weitläufigen, aber gut geschützten Kräutergarten, der von den Köchen der Villa Feltrinelli gepflegt und geerntet wird. Hier wird eine Vielzahl von Heilpflanzen, Blüten, Küchenkräutern und Gewürzen gezogen, die auch täglich in den Speisen Verwendung findet. Zahlreiche Sorten Thymian sind genauso dabei wie etwa Walderdbeeren oder Chilischoten. Jeden Morgen in der Früh machen sich Köche auf den Weg hierher, um die Zutaten für den berühmten Wildkräutersalat taufrisch zu ernten. 

Der Kräutergarten mit Hunderten von Pflanzen befindet sich in Nachbarschaft der Zitronenbäume.

Wunderschön auch die dahinter befindlichen Terrassen und durch Steintreppen verbundenen Terrassen für die Zitronenbäume, eine Seltenheit, die man so nur in der Region von Gargnano findet. Zitronenhaine gedeihen ausschließlich an der westlichen Seite des Gardasees, denn nur dort verhindert die Morgensonne das Frieren. Traditionellen Schutz gegen die nordwestlichen Winde bieten Steinmauern und große Querbalken, über die Planen und Netze gespannt werden. 

Chefkoch Stefano Baiocco persönlich bei der Pflege seiner Kräuter- und Würzpflanzen.

Je tiefer man vordringt auf dem Grundstück, desto mehr offenbart sich jenes botanische Schauspiel, das kunstfertige Gärtner im Laufe vieler Jahre durch die geschickte Wahl der Standorte für die Pflanzen haben entstehen lassen. Gewächse vieler Klimazonen beheimateten sich hier und entfalten heute einen bemerkenswert poetischen Zauber. Auf der anderen Seite des Grundstücks Richtung Süden ist inmitten des perfekt gepflegten Rasens ein Krocketplatz entstanden – mit einem malerischen Gartenhaus im Hintergrund. Der Pool mit bequemen Liegen befindet sich in Rufnähe zum Haus mit Blick auf den See.

Von Grundstück der Villa Feltrinelli aus hat man einen wunderschönen Blick den See entlang.

Zeit für einen Kaffee auf der windgeschützten Terrasse, dem Logenplatz des Hauses, wo das Frühstück serviert wird und bei schönem warmen Wetter auch das Dinner. Natürlich kommt der Kaffee aus der Siebträgermaschine, bester frisch gerösteter Arabica, und natürlich steht er heiß auf dem Tisch – serviert in exquisitem Porzellan mit Tassendeckel. Müßiggang ist in der Villa Feltrinelli für die Gäste Trumpf, nahezu automatisch gerät man in den Modus des Verweilens und Genießens – die kleinen Details und die ästhetischen Freuden dieser Poesiereise umfangen den Gast von der ersten bis zur letzten Stunde des Aufenthalts. 

Der Salon mit Holztäfelungen und einer kunstvollen Deckenmalerei.

In der Bibliothek liegt auf dem Couchtisch ein älterer Bildband der Edition Steidl über Inge Feltrinelli, geborene Schönthal, eine frech aussehende charismatische Frau, die ihre Karriere als Gesellschaftsfotografin begonnen hatte und deren Fotos in internationalen Magazinen wie Constanze, Paris Match und Life erschienen waren. Nach ihrer Hochzeit 1960 war die Deutsche Giangiacomo Feltrinelli nach Mailand gefolgt und hatte immer wieder schöne Stunden in der Villa verbracht. So entdeckt man in dem Band neben Aufnahmen von Berühmtheiten wie Hemingway und Picasso, Fidel Castro oder Simone de Beauvoir auch Fotos ehemaliger Gäste und Bewohner des Hauses beim Schachspielen, Diskutieren, Flirten und Entspannen – gleich einer Zeitreise, die vor allem eins eindrucksvoll vermittelt: die diesem Haus wie von Zauberhand anhaftende Magie. Robert H. Burns und heute Markus Odermatt haben alles dafür getan, dass das für die Nachwelt so erhalten blieb.

VON THOMAS GARMS

www.villafeltrinelli.com